Programm

Veranstaltungstag Freitag, 16. September 2022

ab 08:00 Uhr
Check-in
09:00 bis 9:30 Uhr
Begrüßung durch PD Dr. Christian Stiglmayr & Dr. Elke Max
09:30 bis 10:30 Uhr

Vortrag:

10:30 bis 11:00 Uhr
Pause
11:00 bis 12:30 Uhr

Vortrag:

  • MD Charles Swenson:
    "Using Dialectical Perspectives in DBT Consultation Teams" (Online-Vortrag)
12:30 bis 13:45 Uhr
Mittagspause inkl. Posterbesichtiung für Innovationspreis
13:45 bis 14:15 Uhr

Vortrag:

14:15 bis 14:45 Uhr

Vortrag:

14:45 bis 15:15 Uhr
Pause
15:15 bis ca. 18:15 Uhr

Workshops:

  • Dipl.-Psych. Hans Gunia und Kerstin Papke:
    Teamkonzept DBT... und wenn es nicht läuft? (Präsenz: 1 freier Platz)
    In diesem Workshop laden wir Mitarbeitende aus DBT-Einheiten ein, ihr Teamkonzept inklusive auftretender Probleme und Schwierigkeiten bei der Umsetzung vorzustellen. Gemeinsam mit allen Teilnehmenden wollen wir darüber in einen kreativen Austausch kommen. Dieser Workshop hat stark supervisorischen Charakter.
  • M. Sc. Psychologie Tamar Neubauer:
    DBT-PTSD (Präsenz: 2 freie Plätze, Online: 967 freie Plätze)
    Dialektisch-Behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) wurde für Patienten mit einer PTBS nach dem sexuellen Missbrauch in der Kindheit entwickelt, die komorbid auch eine BPS haben können. Da die meisten von diesen Patienten eine schwere Störung der Emotionsregulation haben, wurden die DBT-Prinzipien mit traumafokussierten Interventionen kombiniert. DBT-PTSD versucht den Patienten zu helfen, a) die Angst vor den traumaassoziierten primären Emotionen zu überwinden, b) die sekundären Emotionen wie Schuld und Scham zu hinterfragen, und c) den Missbrauch zu akzeptieren und ein lebenswertes Leben aufzubauen.

    Themenbandbreite (Vermittlung von Basisfertigkeiten, für alle oder spezielle Fragestellungen im Fortgeschrittenenfeld): Vorstellung von DBT-PTSD Methode.
    Keine Vorkenntnisse erforderlich.
  • Dipl.-Psych. Dorothee Pink und Dipl.-Psych. Petra Zimmermann:
    Praxiserprobte Skills in der Behandlung von Patient*innen mit Borderlinepersönlichkeits- und Substanzgebrauchsstörung (DBT-S) (Präsenz: ausgebucht, Online: ausgebucht)
    In der Behandlung dieser Komorbidität wird das Skillstraining der Standard DBT um Skills zum Abbau substanzbezogener Problemverhaltensweisen erweitert. Auf der Basis von Erfahrungen im stationären Bereich, in einer Substitutionspraxis, in der sozialen Arbeit, in ambulanter Beratungsstelle und ambulanter Psychotherapie wurde ein DBT-S Skillsprogramm zusammengestellt, das komplett als solches oder in Auszügen eingesetzt werden kann. Diese Skills sollen den Betroffenen zu einem besseren Verständnis ihrer suchtbezogenen Verhaltensweisen verhelfen und Handlungsmöglichkeiten zur Überwindung vermitteln. Neben dem Aufbau der Abstinenzmotivation, dem Lernen, starkes Verlangen wahrzunehmen und darauf abgestimmte Skills einzusetzen, geht es um das Ablehnen von Suchtstoffen und den Aufbau von einer Umgebung, die die Abstinenz unterstützt. Weiterhin relevant sind das vorausschauende Identifizieren von Rückfallgefahren, der Vorbeugung eines Rückfalls und der Begrenzung desselben, sollte es zu einem Konsum kommen.
     
    In dem WS wird das DBT-S Skillsprogramm vorgestellt. Einzelne Skills werden praktisch ausprobiert, Erfahrungen in der Vermittlung und mögliche Fallstricke werden besprochen. 
  • MD Charles Swenson:
    Using DBT Principles to Treat Challenging Situations in Psychotherapy (auf englisch; Workshop-Dozent nur online zugeschaltet)
    Wichtig: Charles Swenson musste seine Präsenzteilnahme am Netzwerktreffen leider absagen. Bei einer Anmeldung für seinen Präsenz-Workshop wird Mr. Swenson als Workshop-Dozent nur online dazugeschaltet sein. Bei der Online-Teilnahme an diesem Workshop ist nur eine passive Teilnahme/Zuhören möglich, keine aktive Teilnahme.
    (Präsenz: 107 freie Plätze, Online: 977 freie Plätze)
    Achtung: Dieser Workshop wird online lediglich zum Zuhören übertragen, eine aktive Teilnahme als Online-Teilnehmer*in ist leider nicht möglich.

    Given that clients in DBT routinely present with severe and chronic emotional dysregulation, leading to black-and-white patterns of action, emotion, and cognition, psychotherapists routinely encounter daunting obstacles in sessions. 
    Anxiety, frustration, uncertainty, confusion, even hopelessness and despair, can make it very difficult to effectively, fluidly, and compassionately apply the extensive DBT toolbox of strategies and skills in the moment.
    Linehan defined DBT as a principle-based treatment with protocols. 
    The principles are derived from paradigms of Acceptance, Change, and Dialectics. 
    The therapist who grasps the principles and the ways in which the principles flow naturally into protocols can move in sessions with more flexibility, agility, and creativity. 
    In this workshop, participants will be taught those principles didactically and through demonstration and will have the opportunity to practice them in role play scenarios.
  • Dipl.-Psych. Sven Cornelisse und M. Sc. Miriam Biermann:
    DBT im multiprofessionellen Team: Wise Mind zwischen emotionaler Vulnerabilität und Rationalisierung (Präsenz: 2 freie Plätze, Online: 962 freie Plätze)
    Struktur, Haltung und Strategien des Behandlerteams bilden in der klassischen DBT die Grundvoraussetzung für eine gelingende Behandlung von Patient:innen. Im stationären und ambulanten Behandlungsalltag steht das DBT-Team immer wieder vor der Herausforderung Entscheidungen zu treffen, die DBT-basiert und zugleich für den Einzelfall ausreichend individualisiert sind. Dieser Workshop soll für Behandler aller Berufsgruppen die Möglichkeit bieten, Erfahrungen bei der Arbeit in DBT-Teams auszutauschen. Darüber hinaus soll besprochen werden, inwiefern sich die Tugenden Struktur, Haltung und Strategieeinsatz nutzen lassen, um sich als Mitglied eines DBT-Teams engagiert und zufriedenstellend einzubringen. Hierfür sollen auch einzelne praktische Skills für den Arbeitsalltag im multiprofessionellem Team diskutiert werden.
  • Dipl.-Psych. Carla Palafox:
    DBT zwischen Tür und Angel (Präsenz: 11 freie Plätze, Online: ausgebucht)
    "Besprechen Sie das in der Einzeltherapie." Schön und gut, aber in vielen Fällen ist es nicht möglich, den Patienten "einfach so" auf einen späteren Zeitpunkt zu vertrösten. Wie kann ich mit einer Situation umgehen, wenn ich jetzt dafür gar keine Zeit habe? Wie könnten Kontakte zwischen Tür und Angel ablaufen, damit sie kurz und trotzdem hilfreich für Patient und Personal sind? Anhand von Beispielsituationen aus dem Alltag mit Borderline-Patienten wollen wir den Umgang mit zeitlich eingeschränkten Situationen üben. Dieser Workshop ist für alle Berufsgruppen gedacht.
  • Dr. med. Markus Reicherzer:
    Therapeutisches Training zur Reaktivierung und Erleichterung Emotionaler Prozeduren (TREEP) – ein DBT-basiertes manualisiertes Behandlungskonzept depressiver Störungen (Präsenz: ausgebucht, Online: 960 freie Plätze)
    Die Depression ist in aller Munde, depressive Störungen dominieren die ambulante wie auch die stationäre Versorgungslandschaft. Etwa 70 % der psychosomatischen Klientel kommen mit der Diagnose zur stationären Aufnahme und landen meist – im Gegensatz zu den Borderline-Patienten – in keinem störungsspezifischen Setting. Des Weiteren kommen hinter der „Maske“ einer depressiven Störung oft andere Themenfelder zum Vorschein. Nicht selten finden sich im klinischen Kontext dann dysfunktionale Persönlichkeitsstile, die in der Behandlung berücksichtigt werden müssen.

    Ich stelle ein neues Modell zur Ätiologie und Genese sowie ein Manual zur Psychotherapie depressiver Störungen vor. 2008 erfolgte eine erste Pilotstudie mit sehr guten Ergebnissen. In einer 2. Studie (2014-2018) bestätigten sich die Daten und diese weisen darauf hin, dass mit DBT-basierten Strukturen und Methoden auch im depressiven Feld viel Land gewonnen werden kann. Im Workshop erfolgt eine Einführung in TREEP. Die aus der Standard-DBT bekannten Module einer stationären Behandlung wie Basisgruppe, Skillstraining und Bezugsgruppe werden insbesondere bezüglich ihrer Modifikationen für depressive Störungen vorgestellt und diskutiert.
  • Dipl.-Psych. Andrea Dixius:
    START-Kids: Stress-Arousal-Regulation-Treatment for Kids. DBT-orieniertes Programm zur Stressresilienz & Emotionsregulation für Kinder von 6- 12 Jahren. (Präsenz: 1 freier Platz, Online: 980 freie Plätze)
    Die Fähigkeit, Gefühle und Stressfaktoren in eine Balance zu bringen, wirkt sich stärkend auf den Entwicklungsprozess von Kindern aus und fördert Resilienz.
    START-Kids orientiert sich an Methoden der Dialektisch-Behavioralen Therapie.
    Einflüsse aus ressourcenorientierten und stabilisierenden Therapieverfahren wurden berücksichtigt und für Pädagogik und Psychotherapie adaptiert.
    START-Kids beinhaltet acht Module für Kinder und drei Module für Eltern und Caregiver. Altersentsprechende Strategien und Skills zur Stress- und Emotionsregulation werden Kindern im Alter von 6-12 Jahren spielerisch vermittelt.
    START-Kids erzeugt bei Kindern, Eltern und Fachleuten ein großes Interesse.
    Achtsamkeit, Stressregulation, Entspannung, Selbstberuhigung, Selbstwirksamkeit, Wahrnehmung und Regulation von Gefühlen bilden thematische Schwerpunkte.
    Ein detaillierter Sitzungsleitfaden, unterstützende Bildmaterialien und übersetzte Print- und Audiomaterialien erleichtern die Durchführung von START-Kids.
    Materialien für Kinder und Eltern und wichtige Bezugspersonen und primary Caregiver werden im Workshop exemplarisch demonstriert. START-Kids ist kulturintegrativ, die Arbeitsmaterialien und Audiofiles sind multilingual.
    Im Workshop werden Theorie und Praxis und erste Pilotdaten zur Wirksamkeit von START-Kids vorgestellt.
  • Dr. Kristin von Auer und Dipl.-Päd. Tim Reschke:
    Keep the spirit alive – 18 Jahre stationäre DBT-A im multiprofessionellen Team – (wie) geht das? (Präsenz: 4 freie Plätze, Online: 11 freie Plätze)
    Der Workshop baut auf dem gleichnamigen Vortrag auf. In diesem Workshop sollen die DBT-Elemente, die uns dabei helfen, den DBT-Spirit im Team zu leben, vorgestellt werden. Hierzu gehören das Consultation-Team, die VA- oder Zielvorstellung der PatientInnen im Team, Achtsamkeits- und Mitgefühlsübungen für das Team und vieles mehr. Wir erläutern, wie wir diese Elemente konkret umsetzten und verdeutlichen dies an Übungen. Des Weiteren überlegen wir mit Euch gemeinsam, welche dieser Elemente Ihr in Euren Teams übernehmen wollt und wie eine Umsetzung aussehen kann. Natürlich interessiert uns auch, welche Elemente Ihr nutzt und welche Ideen wir gemeinsam entwickeln.
ab 19:30 Uhr
Netzwerkfest
(optional, Anmeldung erforderlich, in Teilnahmegebühr inklusive)

Veranstaltungstag Samstag, 17. September 2022

09:00 bis 10:30 Uhr

Workshops:

  • Dipl.-Psych. Eva-Maria Kerp und Dr. Elke Max:
    Emotionsvermeidung mit Hilfe von Skills – oder Gebrauch ALLER DBT-Strategien?… (Präsenz: 1 freier Platz, Online: ausgebucht)
    WS für DBT-Schaffende im ambulanten, teilstationären, stationären und komplementären Bereich

    Die meisten unserer Patienten bringen eine Fülle von Problemen mit. Sie bringen auch eine große Angst davor mit, neue Problemlösungswege zu beschreiten und eine große Übung, auf den alten Wegen zu bleiben, mit denen sie immerhin überlebt hatten. Die Effizienz von therapeutischen Bemühungen hängt wesentlich davon ab, wie gut es gemeinsam gelingt: 

    • die Wichtigkeit der einzelnen Therapieziele für das Erreichen einer größeren Selbstständigkeit der Hilfesuchenden präzise und situationsangepasst einzuschätzen,
    • die Angst vor der Übernahme der Verantwortung für das eigene Leben ernst zu nehmen und ausreichend zu besänftigen (allein das schon ein komplexes Unternehmen)
    • und dann ausgewählte Ziele stringent zu verfolgen und andere Ziele zunächst hintan zu stellen.

    Mit nur akzeptieren oder nur Skills anbieten, noch nicht mal mit beidem, ist es dabei nicht getan. „Wer eine schwierige Sache einfach macht, macht sie oft falsch.“ (Ernst Bloch). In diesem Workshop wollen wir die notwenige Vernetzung der verschiedenen DBT-Strategien zur Erreichung einer möglichst guten Lebensqualität anhand von konkreten Fallbeispielen erarbeiten und üben. Wir werden uns dazu auch des DBT-Strategiekarten-Sets (Schattauer Verlag) bedienen und einüben, wie das Zurückgewinnen des größeren Überblicks im Consultation Team aufrechterhalten werden kann.

  • Prof. Dr. Martin Bohus:
    Wise Mind in der DBT (Präsenz: 69 freie Plätze, Online: 909 freie Plätze)
    Kaum ein anderes Konzept in der DBT ist so schwierig zu fassen wie Wise Mind. Marsha Linehan hat sich die letzten Jahre ihres aktiven Lebens intensiv damit auseinandergesetzt und ich hatte die Freude, sie dabei zu begleiten.

    Im Rahmen der Weiterentwicklung von DBT und DBT-PTSD habe ich das Konzept von Wise Mind nun neu gefasst und aufbereitet, sodass es Therapeuten und Patienten zugänglicher sein sollte. Um es kurz zu machen – Wise Mind basiert auf einem sehr alten mentalen Konstrukt und ist bereits im Sanscrit als ‚Citta‘ beschrieben. Es umfasst die vier Dimensionen Loving Kindness, Mitgefühl, Freude für Andere und Gelassenheit.

    In der neuen DBT sollte Wise Mind nun als eine mentale Imagination verfestigt und damit als Orientierung im achtsamen Umgang mit sich selbst und anderen erfahrbar werden. Der Workshop gibt eine Einführung in Theorie und Praxis von Wise-Mind-Arbeit in der DBT.
  • PD Dr. Christian Stiglmayr:
    Emotionsarbeit in der DBT (Präsenz: 3 freie Plätze, Online: ausgebucht)
    Viele Patienten kommen mit Problemen mit der eigenen Emotionsregulation in die Psychotherapie; dies gilt besonders für Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Neben einer unterschiedlichen individuellen Affektsensitivität steht zumeist die Angst vor den eigenen Emotionen, das damit einhergehende Vermeidungsverhalten sowie die Auswirkungen desselben im Zentrum der Behandlung. Da der funktionale Umgang mit den eigenen Emotionen entscheidend für die psychische Gesundheit, Zufriedenheit und die Entwicklung einer stabilen Identität ist, stehen Emotionen im Zentrum der DBT.

    Der Workshop vermittelt grundlegende Informationen und Fertigkeiten zur Emotionsarbeit in der DBT.
  • Dipl.-Psych. Florian Leihener:
    Zum Umgang mit Grenzen und Kontingenzen in der DBT (Präsenz: 1 freier Platz)
    In diesem Workshop geht es um die Reflexion und Vermittlung von Strategien und Algorithmen, die helfen können, im Team oder als Einzelperson mit Grenzen und Kontingenzen dialektisch umzugehen.
  • Dipl.-Psych. Sonia Ludewig und Psychologin M. Sc. Berit Fenske:
    Arbeitsgruppe: Tiergestützte Arbeit im Rahmen von DBT/DBT-A (Präsenz: 4 freie Plätze, Online: 992 freie Plätze)
    Diese Arbeitsgruppe richtet sich an alle DBTler, die tiergestützt arbeiten oder dies planen. Ziel ist der Austausch von Erfahrungen mit der Integration der Tiere in die Arbeit, die gemeinsame Ideenentwicklung und Vernetzung. 
    Die beiden Moderatorinnen der Arbeitsgruppe arbeiten mit ihren Hündinnen Pirelli und Lou auf einer DBT-A Station für männliche Jugendliche im Bereich der Einzel- und Gruppentherapie. 
  • Dr. Ismael Halabi Cabezon und Denise Hahn:
    Irgendwo im Nirgendwo… alleine auf der DBT-Insel? DBT in der psychiatrischen Niederlassung (Präsenz: 4 freie Plätze, Online: 14 freie Plätze)
    Die Herausforderung in der psychiatrischen Praxis, abseits von Richtlinienpsychotherapie und Institutsambulanzen, liegt in der Umsetzung der DBT-Konzepte vor dem Hintergrund der fehlenden unmittelbaren Klinikanbindung und dem strukturell auferlegten niedrigfrequentem Setting.

    Die Kliniken bieten DBT – wenn überhaupt – meist nur (teil)stationär an und niedergelassene DBT-Therapeut:innen findet man in der Umgebung in der Regel nicht. Und so fühlt man sich wirklich wie auf seiner eigenen DBT-Insel.

    Hier stellen sich dem DBT-Therapeuten ganz besondere Fragen: Wie erhält man das Commitment der Patienten aufrecht, die man nur alle paar Wochen sieht? Welche Konzepte kann man anwenden, um Hausaufgaben, DiaryCards, Skillswochenprotokolle und Co. zielführend einzusetzen? Und ist eine niedrigfrequente Behandlung wirklich eine Heilbehandlung und letztlich nur ein Beitrag zur Chronifizierung und Aufrechterhaltung der Störung?

    Mit diesen und anderen kritischen Fragen wollen wir uns in diesem Workshop befassen und gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es zur Lösung gibt. Nur noch einzelne BPS-Patienten aufnehmen und therapeutisch behandeln (den Rest wegschicken)? Vernetzen (aber mit wem)? Online-Lösungen (oder Hybrid)? Telefoncoaching (wann, wie oft, mit welchem Ziel)? Und was macht man mit den Bezugspersonen, Wohngruppen etc.?

    Auch werfen wir einen Blick auf den Vergleich aus den Erfahrungen der Referenten aus nunmehr sechs Jahren DBT-A im tagesklinischen, stationären, ambulanten und niedergelassenen Arbeiten, vergleichen Vor- und Nachteile und blicken mit Möglichkeiten in die Zukunft. 

  • Dr. Silja Knolle-Veentjer und Leni Wieschen:
    Raus aus der Borderline-Störung - rein ins "normale" Leben: Wie gelingt nachhaltige Veränderung? (Präsenz: ausgebucht, Online: ausgebucht)
    Leni Wieschen ist ehemalige Betroffene und arbeitet heute erfolgreich als Pädagogin mit Borderline-PatientInnen. Zusammen mit Silja Knolle-Veentjer (DBT-Therapeutin und -Trainerin) widmet sie sich in diesem Workshop den Fragen, was das endgültige Loslassen von Problemverhalten oft so schwer macht und wie es dennoch gelingen kann, welche Bedingungen für den Weg raus aus der BPS und rein ins "normale Leben" wichtig sind und wie eine gute Kooperation zwischen PatientIn und TherapeutIn diesbezüglich aussehen kann. Basierend auf den Erfahrungen von Leni Wieschen soll dieser Workshop Impulse geben und einen Raum für Reflektion und Diskussion aufmachen.
  • Dipl.-Psych. Melanie Henneck, Dr. Arne Bürger und PD Dr. med. Manuel Föcker:
    Dialektik in der Behandlung und Teamhaltung bei Patient*innen mit Anorexia nervosa (Präsenz: 2 freie Plätze, Online: ausgebucht)
    Das Ziel des Workshops ist es, zu vermitteln, wie eine dialektische Haltung in der Behandlung und im Behandlungsteam aufrechterhalten werden kann, wenn sich adoleszente Patient*innen mit Anorexia nervosa in einem lebensbedrohlichen somatischen Zustand befinden. Anhand von Fallbeispielen wird gemeinsam mit der Gruppe erarbeitet, wie diese Haltung bewahrt und ausgebaut werden kann, aber auch welche Fallstricke in solchen Situationen innerhalb der therapeutischen Behandlung und Teamarbeit vorliegen. Vor allem die Gradwanderung zwischen den Polen „miteinander vs. eigene Grenzen beachten“ spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • Maik Voelzke-Neuhaus und Irina Simonet:
    Integration der Fachtherapie in die verschiedenen Settings der DBT (Präsenz: 17 freie Plätze, Online: 994 freie Plätze)
    Während die Körpertherapie recht schnell einen festen Platz innerhalb der DBT inne hatte, blieben (und bleiben) andere Fachtherapien wie zum Beispiel Ergo-, Kunst- und Musiktherapie häufig ungenutzt. Dabei bietet gerade die Vielfalt an Methoden und Sozialformen dieser Berufsgruppen eine wunderbare Möglichkeit, in allen relevanten Problemfeldern theoretisch Erlerntes in Vivo mit Patienten zu üben. Fachtherapeutische Berufsgruppen können im DBT-Setting Aufträge übernehmen, effektiv an der Behandlung mitwirken und mit Hilfe von DBT-Strategien intervenieren.

    In diesem Workshop werden die fachtherapeutischen Berufsgruppen mit ihren Ansätzen und Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen Settings der DBT vorgestellt. Praktische Übungen und die Möglichkeit, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren, runden den Workshop ab. 

    Ziel des Workshops ist es, die Arbeitsweise der Fachtherapien und Möglichkeiten zur Integration in unterschiedlichen ambulanten und stationären Settings vorzustellen.

    Zielgruppe: Alle klinisch tätigen Berufsgruppen
  • Dipl.-Psych. Johanna Gabriel und Dipl.-Psych. Sigrid Buck-Horstkotte:
    Borderline und Mutter sein – Selbsthilfe (Präsenz: 22 freie Plätze, Online: 11 freie Plätze)
    Mütter mit einer Borderlinestörung müssen in vielen Bereichen von Grund auf umlernen, um ihren Kindern Qualitäten wie emotionalen Halt, Sicherheit und Selbstvertrauen zu vermitteln, die sie in ihrer Lebensgeschichte oft selbst nicht erfahren haben. Auf den Netzwerktreffen der letzten Jahre haben wir das 2015 veröffentlichte Trainingsmanual ‚Borderline und Mutter sein’ vorgestellt. 
    Inzwischen haben wir – ausgehend von dem Gruppenprogramm – ein Selbsthilfebuch entwickelt. Es bietet betroffenen Frauen zum einen die Möglichkeit, einen niedrigschwelligen Zugang zu dem oft schambesetzten Thema zu finden. Zum anderen kann es begleitend in der Einzeltherapie sowie in  unterschiedlichen betreuten Settings eingesetzt werden, insbesondere, wenn die Teilnahme an einer Gruppe nicht möglich ist.    

    Im Workshop wollen wir das Selbsthilfeprogramm vorstellen und Kostproben zur Selbsterfahrung verteilen. Wir richten uns sowohl an Professionelle, die schon Erfahrung mit und/oder Kenntnisse zu dem Thema haben und ihr Wissen vertiefen wollen, aber auch an alle, die einfach neugierig auf das Thema sind. Die Themenschwerpunkte sind:         

    • Ein Überblick über das Selbsthilfebuch "Sicher durch Stürme und Flauten"        
    • Zu jedem Themenschwerpunkt ein Übungsbeispiel        
    • Reflexion und gemeinsamer Austausch  

    Wir freuen uns auf Bereitschaft zu Ausprobieren!  

    Leitung:
    Sigrid Buck-Horstkotte, Psychologische Psychotherapeutin in freier Praxis, Supervisorin und Dozentin für VT,  DBT-Trainerin
    Johanna Gabriel, Psychologische Psychotherapeutin in freier Praxis (VT und DBT)
     
    Veröffentlichungen:
    • Sicher durch Stürme und Flauten (Buck-Horstkotte, Gabriel, 2019)  
    • Mütter mit Borderline-Persönlichkeitsstörung - das Trainingsmanual ‚Borderline und Mutter sein‘ (Buck-Horstkotte, Renneberg, Rosenbach, 2015)
  • Dipl.-Psych. Hans Gunia und Dipl.-Psych. Petra Zimmermann:
    Tango Argentino und Achtsamkeit (Präsenz: 8 freie Plätze)
    Der Tango Argentino ist eine wahre Fundgrube für Achtsamkeitsübungen. Wir können Tangoachtsamkeitsübungen in Skillsgruppen einsetzen, als Übung in Ausbildungsworkshops, in Paartherapien zum Aufbau von Achtsamkeit auf die Beziehung, in der Einzeltherapie zur achtsamen Wahrnehmung des Körpers, etwa in der Arbeit mit essgestörten oder traumatisierten Patienten. Wir können sogar ganze Achtsamkeitsworkshops mit Tango Argentino anbieten. In unserem Workshop wollen wir durch einfache Übungen in die Thematik einführen und die Teilnehmer anleiten, Tango-Achtsamkeitsübungen ihre Arbeit zu integrieren.
10:30 bis 11:00 Uhr
Pause
11:00 bis 11:45 Uhr

Vortrag:

11:45 bis 12:30 Uhr

Vortrag:

12:30 bis 12:45 Uhr
Verleihung Innovationspreis
12:45 bis 13:00 Uhr
Danksagung und Verabschiedung
ab 13:00 Uhr
Mittagessen (optional, Anmeldung über das Anmeldeportal erforderlich, in Teilnahmegebühr inklusive)